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Alternative Wurzel-Pflanzen

UK 


Diese Broschüre heißt zwar Alternative Wurzel-Pflanzen, aber ich werde mich nicht strikt an die botanische Definition von Wurzeln halten, sondern sämtliche unterirdischen Organe, also auch Zwiebeln, Knollen und Wurzelstöcke behandeln.

Die traditionellen Wurzel-Pflanzen in Großbritannien sind Kartoffeln, Pastinaken, Karotten, Rote Beete, Zwiebeln, Rüben und Steckrüben. Die weniger bekannten Topinambur, Sellerie, Chinesische Artischocken, Radieschen und Winterrettiche (Daikon) spielen eher eine untergeordnete Rolle. Von den eben genannten sind Kartoffeln bei weitem am wichtigsten. Sie bringen sehr hohe Erträge und haben einen milden Geschmack, der sich mit vielen anderen Nahrungsmittel kombinieren lässt. Sie sind daher ein weit verbreitetes Grundnahrungsmittel. Allerdings haben sie auch einige Nachteile, vor allem ihre Anfälligkeit für Krankheiten. Im Speziellen gegenüber der Knollenfäule, gegen die es nach wie vor keine biologische Behandlung gibt.

Die meisten der traditionellen Pflanzen wurden durch selektive Züchtungen – oftmals über mehrere tausend Jahre – verbessert, um höhere Erträge und einen besseren Geschmack zu bekommen. Kartoffeln zum Beispiel lieferten nur kleine Erträge als sie anfangs von Südamerika eingeführt wurden. Und die wilde Möhre hat eine kleine holzige Wurzel, die nur wenig mit der kultivierten Pflanze gemein hat. Aber diese Zuchterfolge hatten ihren Preis. Kartoffeln gehören zu den anfälligsten Nutzpflanzen, man muss sie nur schief ansehen und schon gehen sie ein vor  Knollenfäule. Karotten hingegen leiden unter Wurzelfliegen und Pilzen, vorausgesetzt sie schaffen es überhaupt über das Keimlingsstadium hinaus ohne von Schnecken gefressen oder von Unkraut überwuchert zu werden.

Ein großer Teil der hier genannten Pflanzen hingegen wurde nie weiter gezüchtet, weshalb die Ernten öfters niedriger ausfallen werden. Dafür sind die Pflanzen aber weitaus weniger anfällig gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Das macht den Anbau oftmals deutlich einfacher. Außerdem sind sie meistens relativ robust und können in einer halb-wilden Umgebung angebaut und dann je nach Bedarf geerntet werden. Darin liegt ein weitere Vorteil, denn die Pflanzen (beispielsweise Zahnlilien) können dadurch zusammen mit anderen Sorten angebaut werden, was zusätzliche Erträge pro Flächeneinheit liefert. Weitere Details zu dieser Art des Anbaus finden Sie in unserer Broschüre Why Perennials

Die unten aufgeführte Liste enthält eine vielfältige Sammlung von Pflanzen, die wiederum unterschiedliche Wachstumsbedingungen haben. Soweit nicht anders angegeben, bevorzugen die Pflanzen einen sonnigen oder leicht schattigen Standort mit gut durchlässigem Boden. Die Erträge werden höher, wenn der Boden einen hohen Anteil an organischer Materie aufweist. Anders als in den anderen Broschüren sind hier auch einige Arten dabei, die wir bisher noch nicht selbst anbauen, uns aber zulegen möchten. Dies wird dann aber im Text genannt. Falls Sie selbst diese Pflanzen anbauen, würden wir uns definitiv nicht beschweren, falls Sie zwei, drei Wurzeln in unsere Richtung schicken würden.

Apios americana, die Erdbirne oder Kartoffelbohne ist eine krautige Kletterpflanze, die etwa 1,20 Meter hoch wird. Sie gehört zur Familie der Erbsen und Bohnen und reichert genau wie viele andere Sorten aus der Familie den Boden mit Stickstoff an. Dies geschieht mit Hilfe von Bakterien in den Wurzeln, die Stickstoff aus der Luft im Boden fixieren. Die Wurzel hat einen ungewöhnlich hohen Protein-Anteil und einen angenehmen süßlichen Geschmack. Gebacken ist sie eine unserer Lieblings-Wurzeln. Es gibt auch viele andere Zubereitungsarten und man kann sie sogar roh essen. Allerdings kaut sie sich doch eher zäh. Die Erträge von der Wildpflanze sind relativ gering, werden aber besser, wenn man die Pflanze zwei Jahre im Boden lässt bevor man erntet. Eine Reihe von kultivierten Pflanzen mit höheren Erträgen ist aber in der Entwicklung. Diese Sorte kann an den sonnigen Rändern eines Waldgartens angebaut werden. Entweder man lässt sie kleine Büsche formen oder gibt ihr eine Kletterhilfe. Ein Korrespondent sagt, dass die Wurzeln „Trypsininhibitoren enthalten“ und deshalb nur gekocht gegessen werden sollte.

Camassia quamash. Die Essbare Prärielilie oder Quamash ist ein wunderschönes Zwiebelgewächs, das ungefähr 60 cm hoch wird und im Frühsommer blüht. Gehört zur Familie der Zwiebeln, schmeckt aber deutlich anders. Die Blüten erinnern an Glockenblumen. Die Pflanzen kommen auch mit kurzem Gras klar, solange es nicht zu hoch wird. Das heißt man kann sie auch im Schatten eines Baumes auf dem Rasen anbauen. In dem Fall sollte man erst mähen, nachdem die  Knollen ausgewachsen und im Mittsommer abgestorben sind. Quamash-Knollen haben ungefähr die Größe von kleinen Zwiebeln, enthalten viel Stärke und haben einen angenehmen, süßlichen Geschmack, wenn man sie langsam backt. Man kann sie auch roh essen, aber die Konsistenz ist ziemlich gummiartig. Quamash waren ein fester Bestandteil in der Nahrung der nordamerikanischen Indianer. Im Frühherbst zogen die Stämme in die Prärie. Einige Leute ernteten die Knollen, während andere eine Brenngrube aushoben, diese mit Felsen auslegten und mit Holz füllten. Danach zündeten sie das Holz an, was die Steine erhitzte. Die Quamash wurden dann ins Feuer gelegt, mit Erde zugedeckt und langsam gekocht. Nach zwei Tagen wurde die Grube geöffnet und die Indianer schlemmten soviel sie konnten. Die restlichen Knollen trockneten sie dann für den Winter. Wir planen ein Experiment mit Quamash im Obstgarten. Die Pflanzen würden absterben bevor die Äpfel geerntet werden und wären somit nicht im Weg. Die Knollen würden den Ertrag der Fläche steigern und wir würden sie ähnlich wie die Indianer ernten (aber wahrscheinlich nicht genau so essen).

Cyperus esculentus
. Die Erdmandel oder Tigernuss ist in den Tropen ein Unkraut, in Großbritannien aber auch eine Kulturpflanze, die manchmal zum Verkauf angeboten wird. Die Pflanze wird etwa 60 cm hoch und bevorzugt einen sonnigen Platz mit feuchtem Boden. Die Pflanzen, die ich bisher hatte, schienen alle recht winterfest (natürliche Formen der Pflanze haben es bis ins nördliche Alaska geschafft), aber die Erträge waren bisher eher enttäuschend. Zum Teil liegt das daran, dass ich Probleme hatte, die Knollen im Frühjahr wieder zum Wachsen anzuregen. Normalerweise ernte ich sie nachdem der erste Frost den Bodenbewuchs zurück gedrängt hat. Danach lagere ich sie in feuchtem Sand und vor Frost geschützt. Ende März kommen sie dann in Töpfe und unter einen Folientunnel. Trotzdem brauchen sie manchmal Monate bis sie wieder anfangen zu wachsen, daher bekommen sie keine komplette Wachstumssaison ab. Wahrscheinlich mache ich irgendwas falsch, aber bisher konnte ich noch nicht heraus finden was. Die Knollen sind klein und ein bisschen knifflig, aber sie haben einen angenehmen süßen Geschmack. Man kann sie auch roh essen, allerdings sind sie dann zäh, wenn man sie vorher nicht einweicht. Unter den Wurzeln ist die Erdmandel sehr speziell dahingehend dass sie relativ viel Öl enthält. Manchmal wird das extrahiert und als hochwertiges Speise-Öl verkauft.

Dioscorea batatas. Diese winterfesten Yams werden in Japan standardmäßig angebaut. Obwohl sie auch hier seht gut wachsen, haben sie bisher kaum Beachtung gefunden. Die Kletterpflanze wird bis zu 2,50 Meter hoch und braucht einen sonnigen Standort, fruchtbaren, gut durchlässigem Boden und am besten eine Kletterhilfe. In tiefem und fruchtbarem Boden können die Wurzeln bis zu 90 cm lang und über 2 kg schwer werden. Sie enthalten viel Stärke, eignen sich hervorragend zum Backen, können aber auch gekocht oder in Eintöpfen verwendet werden. Sie haben keinen intensiven aber einen durchaus akzeptablen Geschmack und können als Grundnahrungsmittel angebaut werden. Sie erinnern an eine mehlige Kartoffel. Allerdings kann man die Pflanze vermehren, indem man das obere Stück der Wurzel abschneidet und wieder einpflanzt. Eine einfachere Methode ist, dass man die kleinen Knöllchen sammelt, die sich in den Blattachseln entlang den Stängeln bilden. Man sammelt sie im Spätsommer, wenn sie sich einfach von der Pflanze lösen. Danach direkt in ein kaltes Gewächshaus. Während dem Winter ruhen sie dort und fangen im Frühjahr an zu wachsen. Im Sommer kann man sie dann einpflanzen.

Erythronium species. Zahnlilien sind zierliche Waldzwiebeln. Sie werden ungefähr 30 cm hoch, blühen im Frühjahr und sind im Frühsommer bereits wieder verschwunden. Sie wachsen in leichtem Schatten, also auch unter Bäumen oder auf dem Rasen. Die Wurzel wird etwa 7-8 cm lang, 2,5 cm dick und hat einen angenehmen süßlichen Geschmack. Man kann sie roh oder gekocht essen. Jede Sorte ist essbar, allerdings sind sie relativ teuer und für viele sind die Blumen zu schön um sie zu essen. Die Zuchtsorten White Beauty und Pagoda sind einfach anzubauen, relativ günstig und sie breiten sich in der Regel frei im Garten aus.

Helianthus tuberosus
. Topinambur ist relativ bekannt und wird manchmal angebaut. Die Pflanzen werden etwa 3 Meter hoch. Sie wurden auch schon erfolgreich auf der sonnigen Seite eines Waldgartens angebaut. Schnecken lieben die jungen Sprösslinge im Frühjahr, so dass man zu dieser Zeit einen Schutz anbringen sollte. Ein Mulch aus Eichenblättern wirkt bei uns gut. Ein Nachteil der Wurzeln ist, dass die Hälfte der Stärke als Inulin anfällt, was vom Körper nicht verarbeitet werden kann. Das bedeutet einerseits dass man relativ viel davon essen kann ohne zuzunehmen, andererseits bekommen manche Blähungen vom Inulin. Man kann die Knollen roh oder gekocht essen und der Geschmack wird besser, wenn man sie bis zum ersten Frost im Boden lässt.

Lathyrus tuberosus. Die Knollen-Platterbse hat eine der besten Knollen, die ich je gegessen habe. Und viele, die sie probiert haben, stimmen mir da zu. Leider bringt die Pflanze nur geringe Erträge. So lange keine verbesserten Sorten entwickelt werden, wird sie wohl eine gelegentliche Delikatesse bleiben. Sie können die Pflanze auf der sonnigen Seite eines Waldgartens anbauen oder auch in einem Anbaubeet zusammen mit Sträuchern. Sie wird knapp einen Meter hoch und rankt. Allerdings ist sie ein schwacher Kletterer und wuchert wahrscheinlich eher über den Boden. Als Mitglied der Erbsen und Bohnen Familie reichert sie ebenfalls den Boden mit Stickstoff an.

Lilium lancifolium. Die Tiger-Lilie findet man oft in Blumengärten, im Orient wird sie aber wegen ihrer essbaren Knollen angebaut. In dem Fall wird die Blumen-Knospe entfernt, um eine größere Knolle zu erhalten. Alle anderen Sorten aus dieser Gattung haben zwar auch essbare Knollen, allerdings oft mit ziemlich bitterem Geschmack. Gebacken erinnern die Tiger-Lilien-Knollen an Kartoffeln. Eine Warnung: Obwohl diese Sorte relativ resistent gegen Viren-Erkrankungen ist, kann sie oft als Träger fungieren. Es rät sich daher sie weit genug entfernt von anderen Lilien, oder gar nicht erst andere Lilien anzubauen. Man kann die Pflanze durch Brutknollen, die sich in den Blattachseln formen, verbreiten. Einfach im Sommer ablösen und 18 Monate später im Frühjahr wieder pflanzen. Man kann auch einige zu Boden fallen lassen, um zu sehen, ob sich die Pflanze auch ohne fremde Hilfe weiter verbreitet.

Lomatium cous
. Diese Pflanze habe ich bisher noch nicht angebaut, würde sie aber gerne besorgen. Sie kommt ursprünglich aus dem westlichen Teil von Nordamerika und wächst auf trockenen, oft auch auf felsigen Abhängen und Ebenen. Man findet sie oft zusammen mit Wüstenbeifuß, in Gebirgsausläufern und Flachland, aber manchmal auch oberhalb der Baumgrenze. Die Wurzel isst man gekocht, aber man sie auch trocknen, mahlen und dann mit Getreidemehl mixen oder in Suppen verwenden. Wenn man sie im Frühjahr erntet, schmecken sie angeblich nach Pastinaken. Ich wäre außerdem an anderen Sorten aus dieser Gattung interessiert, vor allem  L. geyeri und L. Macrocarpum. Die Wurzeln erinnern an Sellerie und können sowohl roh als auch gekocht gegessen werden. Man kann sie wie L. cous verwenden. Die nordamerikanischen Indianer mixten das Wurzel-Mehl mit Wasser und buken den Teig in der Sonne oder im Ofen. Die Kuchen verwendeten sie als Reiseproviant, sie schmecken angeblich nach etwas faden Plätzchen.

Orogenia linearifolia
. Auch eine der Pflanzen, die ich gerne bekommen würde. Sie wächst ungefähr 15 cm hoch, an offenen Berghängen, oft auf sandigen oder kiesigen Böden. Besonders in der Nähe von Schneebänken. Sie fangen dann an zu blühen sobald der Schnee abgeschmolzen ist. Sie kommt hauptsächlich im Westen von Nordamerika vor. Der Geschmack ist angeblich angenehm knusprig, allerdings ist die Wurzelhaut bitter. Man kann sie fast das ganze Jahr über ernten. Der einzige Nachteil ist, dass sie recht klein und daher nur schwer in großen Mengen zu ernten sind.

Oxalis tuberosa
. Oca oder Yam wird in Südamerika seit langem angebaut und ist dort unter den beliebtesten Wurzelgemüsen. Die Knollen werden etwa 7,5 cm lang und 2,5 cm dick. Der Ertrag pro Pflanze ist oftmals nur minimal geringer als bei Kartoffeln. Die Pflanzen halten leichten Frost aus, sterben aber ab wenn es zu kalt wird. In milden Gegenden kann man die Knollen in der Erde lassen und dann je nach Bedarf ernten (zumindest falls der Boden im Winter nicht zu feucht wird). In kälteren Gegenden ist es aber sinnvoll die Knollen zu ernten sobald die Pflanzen absterben und dann an einem kühlen (dennoch vor Frost geschützten) Platz zu lagern. Der Geschmack von frischen Knollen ähnelt Zitronen, wenn man sie aber eine Woche in der Sonne liegen lässt, werden sie recht süß. Einige kultivierte Sorten sind so süß, dass sie in Südamerika eher als Frucht gegessen werden. Der Nachteil dieser Pflanze ist, dass sie erst im Herbst neue Knollen bildet, das heißt ein früher, starker Frost kann die Ernte stark dezimieren.

Perideridia gairdneri. Yampa habe ich bisher noch nicht selbst angebaut, aber wie immer in diesem Fall, wäre ich sehr glücklich, wenn ich welche erhalten könnte. Die Wurzel kann sowohl roh als auch gekocht gegessen werden. Angeblich hat sie einen angenehmen süß-nussigen Geschmack (manche sprechen von einer besseren Pastinake) und eignet sich dadurch als Standard-Nahrungsmittel. Am besten erntet man die Wurzel sobald die Pflanze ausgewachsen ist. Man kann sie auch trocknen, mahlen und in einem Brei oder Kuchen usw. verwenden. Yampa wächst ursprünglich in Wäldern und feuchten Ebenen von Kalifornien bis nach Saskatchewan in Kanada. Sie sollte daher auch bei uns winterfest sein.

Polymnia edulis. Yacon ist dank der essbaren Wurzel in Südamerika weit verbreitet. Dort werden Ernten von bis zu 15t per Hektar erzielt. Die frostempfindlichen Pflanzen werden etwa 40 cm hoch und können wie Kartoffeln angebaut werden. Allerdings benötigen sie eine Wachstumsphase von 6-7 Monaten, was sie für kältere Gegenden eher ungeeignet macht. Selbst in wärmeren Gegenden ist es sinnvoll die Pflanzen in Töpfen vorzuziehen. Sie brauchen einen sonnigen Standort, wachsen schnell und kommen auch mit schlechtem Boden zurecht. Allerdings sind die Erträge in besseren Böden entsprechend höher. Die großen Wurzeln sind knusprig, saftig und manch kultivierten Sorten sind extrem süß. Die Haut ist allerdings oft bitter. In Südamerika isst man sie eher wie eine Frucht. Die Nährwerte sind eher niedrig, weil ein Großteil der Stärke aus dem unverdaulichen Inulin besteht. Das macht sie zur optimalen Diät Frucht. Man kann sich satt essen und nimmt dennoch ab! Eine kleine Warnung: Manche Leute bekommen von Inulin Blähungen! Inulin kann relativ einfach zu Fruktose (einer Zuckerart, die auch von Diabetikern verwendet werden kann) umgewandelt werden. Manchmal benutzt man die Wurzeln dafür.

Psoralea esculenta. Die Prärie-Rübe ist unter den nordamerikanischen Indianern sehr berühmt. Wir haben sie bisher allerdings noch nicht angebaut. Sie ist bei uns winterfest, braucht einen sonnigen Platz und reichert den Boden mit Stickstoff an. Die Wurzel kann roh oder gekocht gegessen oder für die spätere Benutzung getrocknet werden. Die getrockneten Wurzeln können auch zu Mehl gemahlen und in Breis oder Kuchen verwendet werden. Der Geschmack der rohen Wurzel ist angeblich süßlich und erinnert an Pastinaken. Die Pflanze hat das Potential zu einer kultivierten Nutzpflanze mit hohen Erträgen!

Sagittaria species. Die meisten (wenn nicht sogar alle) Mitglieder dieser Spezies produzieren essbare Knollen und einige werden deshalb kultiviert, vor allem im Orient. Sie wachsen zwar auch in feuchtem Boden, am besten gedeihen sie aber wenn sie 30 – 60 cm tief in Wasser stehen. S. sagittifolia, das Pfeilblatt, wird am häufigsten kultiviert. Eine gute Bezugsquelle sind Asia-Shops, die die Knollen oftmals im Sortiment haben. Man sollte aber darauf achten, dass die Knollen frisch sind, wenn man sie vermehren will. Die stärkehaltigen Knollen haben einen recht eigenen Geschmack, obwohl ihn manche mit Kartoffeln vergleichen (wobei ich persönlich da nicht zustimmen würde). Die Haut ist leicht bitter, deshalb wird sie nach dem Kochen am besten entfernt. Alles in allem sind sie gut zum satt essen geeignet. Man kann die Knollen auch trocknen, mahlen und das Mehl zum Backen verwenden (in Verbindung mit Getreidemehl). Man erntet am besten im Spätsommer, wenn die Blätter der Pflanze anfangen abzusterben. Die Knollen können bis zu einem Meter von der Pflanze entfernt sein. Man sollte sie nicht roh essen. Andere Sorten sind S. cuneata, S. graminea und S. latifolia.

Sium sisarum. Die Zuckerwurzel wird ungefähr 1,20 m hoch und wird wegen der essbaren Wurzeln kultiviert. Diese kann man sowohl roh als auch gekocht essen. Sie sind knackig, süß und etwas mehlig. Das Herzstück ist aber holzig. Die Pflanzen sind nicht anfällig für Schädlinge oder Krankheiten. Sie brauchen viel Feuchtigkeit in der Wachstumsphase, sonst werden die Wurzeln ziemlich faserig. Man sollte aufpassen, dass man nicht versehentlich die Unterart  S. sisarum lancifolium anbaut, da diese in der Regel minderwertige Wurzeln ausbilden.

Stachys affinis. Chinesische Artischocken werden ungefähr 30 cm hoch und kommen mit trockenem Boden oder Schatten nicht gut zurecht. Die Wurzeln sind eher klein, aber die Erträge sind relativ gut, der Geschmack ist angenehm und die Konsistenz ist knusprig und saftig. Man kann sie roh und gekocht essen, ich persönlich mag sie gerne klein geschnitten in einem gemischten Salat. Eine einfache Methode um kleine Wurzeln zu putzen: Man füllt einen Eimer mit Wasser, fügt Erde hinzu, so dass eine matschige Konsistenz entsteht. Dann füllt man die Wurzeln hinein, rührt eine Weile um und spült die Wurzeln mit Wasser ab. Danach sollten sie sauber und gebrauchsfertig sein.

Tropaeolum tuberosum. Diese schöne Kletterpflanze ist nur in den milderen Landesteilen winterfest. Sie wird bis zu 2m hoch und blüht im Spätsommer. Sobald der erste starke Frost kommt, stirbt sie ab. Jede Pflanze bildet essbare Knollen knapp unter der Erdoberfläche und kann relativ hohe Erträge liefern. In Gegenden mit mildem Winter können die Knollen in der Erde gelassen werden (allerdings sollte man dann Mulch auftragen). In kälteren Gegenden sollte man sie vorher ernten und dann ähnlich wie Dahlien lagern. In Südamerika sind die Knollen relativ beliebt, aber der pfeffrige Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig. Man kann ihn verbessern, wenn man die Knollen zuerst kocht und dann noch einmal einfriert bevor man sie isst (zum Essen kann man sie nochmal aufwärmen). Außerdem wird der Geschmack verbessert wenn man die Knollen bis nach dem ersten Frost im Boden lässt. Unter den Bewohnern der Anden haben die Knollen den Ruf die Sexualkraft zu senken, weshalb sie von Männern nicht gegessen (aber für Frauen empfohlen!) werden. Einige Studien legen nahe, dass einige männliche Hormone um bis zu 45% reduziert werden, wenn die Knollen eine große Rolle in der Ernährung spielen. Eine Reduktion der Fruchtbarkeit wurde aber nicht festgestellt. Die Pflanze ist ziemlich resistent gegenüber Insekten und Krankheiten, da sie Nematizid enthält. Dieses ist für Bakterien und Insekten giftig. Das Hauptproblem, wenn man diese Pflanze in Großbritannien anbauen will, ist, dass die Knollen erst im Herbst geformt werden. Das heißt ein früher harter Frost kann die Ernte empfindlich beeinträchtigen. Die kultivierte Sorte Ken Aslett ist wahrscheinlich die beste, die man hier beziehen kann. Sie blüht früher und bildet größere Knollen als die anderen Sorten.

Typha latifolia
. Der heimische Breitblättrige Rohrkolben hat das Potential zu einer der produktivsten Wurzelpflanzen, die man überhaupt anbauen kann. Dazu kommt, dass sein üblicher Standort – Sümpfe und langsam fließende Gewässer – Lebensraum für viele Arten bereitstellt. Anstatt also wertvolle Lebensräume zu zerstören indem wir unsere Feuchtgebiete trocken legen, um Getreide anzubauen, könnten wir diese Art mit geringerem Aufwand und höheren Erträgen anbauen. Die Wurzel kann roh und gekocht gegessen werden. Man kann sie ähnlich wie Kartoffeln essen oder zu einem süßen Sirup verkochen.  Man kann sie auch trocknen und mahlen, zum Andicken von Suppen oder Soßen verwenden oder mit Getreidemehl mischen. Das Mehl ist reich an Protein und kann für Kuchen usw. verwendet werden. Die Ernte kann bis zu 3t per Acre betragen, was sich durchaus mit Weizen vergleichbar ist. Die Pflanze hat auch noch mehr essbare Teile und andere Verwendungsmöglichkeiten. Mehr dazu in unserer passenden Broschüre. T. angustifolia ist eine eng verwandte Sorte mit den gleichen Möglichkeiten.

 

Many thanks to Andreas Baumann for this translation.


 

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